Härön auf Deutsch


 
  • Der Name "Härön"
  • Das Kyrkesunds-Dory
  • Steinkreise
  • Gården
  • Ängen
  • Gletschertöpfe
  • Das Schulhaus
  • Das Schulhaus
  • Grönskären
  • Karte

Der Name "Härön"

Der Name "Härön" kann seinen Ursprung im norwegischen "haer" haben (im Altnorwegischen bedeutet "herr" = Volksmenge, Kriegerschar), eventuell in der Zusammensetzung mit Schiffsheer. Dieses kann von einem Wikingerheer stammen, das im Kyrkesund in den Buchten auf der Ostseite von Härön in Lee lag. Diese lagen wohl dort um ihre Schiffe auszurüsten, um dann später mit ihrer Flotte nach England zu segeln. Mit dem Gedanken an die Landhebung, ca. 2 m, ist dieses durchaus denkbar.

Auf älteren Karten können Sie folgende Rechtschreibungen finden: Heröy, Herö, Herrö, Herrön, Härön. Die ältesten Namen kommen aus der Zeit da Härön zu Dänemark bzw. Norwegen gehörte.


Härön på 2000-talet



Das Kyrkesunds-Dory

Das Dory ist ein Boot mit flachem Boden und querliegenden Bodenbrettern. Die meisten Dorys hatten drei Bänke und waren 16 Fuß lang. Der Bootstyp, wie auch der Name, stammt aus Amerika und wurde auf New Foundland angewendet. Martin Johansson (geb. 1864) war zwischen 1892 und 1895 in Amerika und nahm die Idee, wie das Boot aussehen sollte, mit sich nach Hause nach Härön. Das war später Hilmer Olsson, "Hilmer in Änga", geb. 1867, der den Bootstyp weiterentwickelte. Hilmer baute 204 Dorys unter seiner fast 90-jährigen Lebzeit.

Andere Dory-Bauer waren Olle Johansson, "Olle in Grinna", der nur wenige Boote baute, Axel Hermansson, "Axel in Myra", und Abel Larsson, "Abel in Sumpen", die beide um die 50 Boote bauten, sowie Ville Jacobsson und Mandus Martinsson, von denen jeder etwa 10 Boote baute. Die Verbreitung des Kyrkesundsdorys ist begrenzt. Der Bootstyp wurde außer auf Härön und im Kyrkesund auch auf Lyrön, Björholmen und in Limhall angewendet.


Skolan december 2001



Steinkreise - Gründstücksmarkierungen

Die wohl ältesten Spuren menschlichen Daseins auf Härön, in der historischen Zeit, sind die sogenannten "Tomtningar", d.h. Grundstücksmarkierungen oder Steinkreise. Solche sind in Rockenabben (1) und Räbbevik (17) erhalten. Bei Ausgrabungen von gleichartigen Steinkreisen an anderen Stellen im Regierungsbezirk Bohuslän konnte man mit Hilfe der C14 - Methode feststellen, daß diese Anlagen im 16. Jh. angewendet worden sind.

Die Steinkreise sind alle mehr oder weniger rund und bestehen aus aufgelegten Steinblöcken und Steinen. Oft besteht die eine Seite der Steinkreise aus einer steilen Bergwand. Eine Öffnung weist auf den Eingang hin. Johan Pettersson, Schriftsteller und ehemaliger Pastor in Klövedals Gemeinde, hat darin geforscht, wozu man diese Steinkreise angewendet haben könnte. Er hat herausgefunden, daß diese Steinkreise oft in Buchten liegen, welche auch heute noch geeignete Plätze für das Auswerfen von Schleppnetzen vom Land aus sind, und daher dürfte man dieses wohl mit dem Fischfang in Zusammenhang bringen. Die Fischermannschaften gebrauchten diese vorübergehenden Ansiedlungen für ihr saisonbetontes Angeln. Die Steinwände wurden jeden Frühling abgedichtet, und auf dem Fußboden lag als Liegeunterlage Tang. Als Dach wurde ein Segel über den Steinkreis gespannt.

Der Landwirtschaftliche betrieb - "Gården"

Die Besiedlung auf Härön geht wahrscheinlich von der Ansiedlung auf dem landwirtschaftlichen Betrieb "Gården" (der Hof) aus. Hier gibt es drei bauliche Überreste, von denen zwei Gegenstände archäologischer Ausgrabungen gewesen sind. Diese haben reichliche Funde aus dem späten 16. Jh. geliefert.

Die beiden ausgegrabenen Ansiedlungen "Gården" und "Kvarnvik" hatten direkten Kontakt mit dem leicht trockenzulegenden Sandboden, der gut für den Anbau von Brotgetreide geeignet war, sowie die Nähe zu guten natürlichen Hafenplätzen. Dieses zeigt, daß es eine enge Verbindung zwischen dem doppelten Erwerb, teils vom Meer und teils aus der Erde, gab.

Es ist bekannt, daß im Jahre 1582 ein Mann namens Oluf auf Härön wohnte. s Wahrscheinlich hatte er seinen Wohnplatz da, wo heute der "Gården" liegt. Bei der Steuerregistrierung zu Beginn des 17. Jh.s wohnten rund 20 Personen auf dem "Gården". Einer von ihnen war Per Madson, und von ihm glaubt man, daß er ein Sohn der Hexe Malin war. Malin wurde der Hexerei beschuldigt und in der Festung Marstrand gehalten, wo sie 1669 starb. Man glaubte, daß Malin den Sturm heraufbeschworen hatte, in dem ein Schiff von Mollösund unterging. Bei dieser Gelegenheit sollte ihr Sohn mit an Bord gewesen sein.

Der "Gården" war bis 1952 in Gebrauch. Der Letzte, der den "Gården" benutzte, war der Pächter Patrik Rutgersson, der später nach Långekärr auf Tjörn umsiedelte.

Skolan december 2001



Der Landwirtschaftliche betrieb - "Ängen"

Der landwirtschaftliche Betrieb "Ängen" (die Wiese) entstand wahrscheinlich durch eine Hofabspaltung vom "Gården" am Ende des 18. Jh.s. Zu Beginn des 19. Jh.s war Olof Nilsson Besitzer. Aus seinem Nachlaßverzeichnis geht hervor, daß man die Fischerei und die Landwirtschaft kombinieren mußte, sogar schon in der damaligen Zeit. Er hinterließ u.a. 2/3 eines "Backeboots", 1 Draggen, 2 Langleinen Schellfischkisten und 2 Fässer mit Hering, sowie Tiere und landwirtschaftliche Geräte.

Landwirtschaft nach alter Sitte ist auf "Ängen" bis 1989 von den Geschwistern Erik, Ragnar und Asta Andersson betrieben worden. Pferde und von Pferden gezogene Gerätschaften sind angewendet worden. Auf "Ängen" wurden Getreide und Kartoffeln angebaut, und als Wechselwirtschaft hatte man Weide. Der halbe Futterbedarf konnte mit Heu von ungedüngten natürlichen Wiesen und Salzwiesen gedeckt werden. Auf "Ängen" wurden außerdem Fleisch, Milch und Eier erzeugt.

In der letzten Zeit hatte man auf "Ängen" folgende Tiere: 3 Milchkühe, 1 Jungkuh, 4 Kälber, 1 Stier, 1 nordschwedisches Pferd, 1 Fjordinger, 50 Hühner, 1 Schwein, 5 Schafe und 1 Katze. Im Bericht des Zentralamtes für Denkmalpflege 1986:3 - "Herrön - ein lebendes Anbaugebiet" beschrieb man, daß die Lebensmittelproduktion auf "Ängen" eine 14mal so lange Arbeitszeit erforderte als in der modernen schwedischen Landwirtschaft. Aber gleichzeitig wurde erwähnt, daß man nur halb so viel Antriebsenergie (Treibstoff, Elektrizität uzw.) benötigte. "Ängen" hatte einen hohen Grad an Selbstversorgung. Daß die Landwirtschaft auf diese Art und Weise betrieben wurde, ist wohl darin zu erklären, daß die Geschwister Andersson dieses als ihre Lebensform gewählt hatten.

Der botanisch Interessierte sollte seine besondere Aufmerksamkeit auf den etwa 1,5 m breiten Feldrain richten, der in der Mitte der langschmalen Felder zwischen dem Hofgebäude und "Änge Kile" liegt. Dieser wird mit der Sense jedes Jahr im Juli gemäht. Auf diesem Feldrain gibt es 47 verschiedene Gewächsarten, die meisten von ihnen sind mehrjährige Gewächse. Richten Sie auch Ihre Aufmerksamkeit auf den Kamm-Wachtelweizen am Wegrand, die Europäische Seide (ein Parasit der Nesseln) am Strand und die wunderschönen Bestände von Strandwermut am Sund in Richtung Hisingsholmen.



Gleitschertöpfe

Bei Stenvik liegt wohl die hervorragendste Sammlung von Gletschertöpfen, die es in unserem Land gibt. Wo man auch hinschaut, sieht man diese eigenartigen Gletschertöpfe. Der kleinste hat einen Durchmesser von 13 cm, und der größte mißt 2 m in Durchmesser. Diese sind aus dem Inlandseis entstanden. Unter dem enormen Druck des Eises konnte das strömende Wasser einen Stein (den sogenannten Laufstein) zum Rotieren bringen. Dieser bohrte sich so in den Berg, daß diese runden Aushöhlungen entstanden.

Durch das Gebiet geht von Westen nach Osten ein Spalt, der mit einer dunklen Bergart, Diorit, gefüllt ist. Diese Bergart enthält viel Kalk und liefert gute Voraussetzungen für das Wachstum des seltenen Bärenlauches.


Das Schulhaus

Die alte Schule auf Härön, die auf einem hohen Sockel aus Naturstein gebaut worden ist, ist äußerlich ganz erhalten. 1866 faßten der Schulrat und die Schulaufsicht den Beschluß, daß Härön und das Fischerdörfchen Sumpen gemeinsam einen Vorschulbezirk bilden sollten. Der Händler Olof Gardell, dessen Fotografie immer noch in der Schule erhalten ist, schenkte 1500 Reichstaler für den Bau eines Schulgebäudes auf den Schären der armen Gemeinde. Die Hvitfeldtsche Stipendienanstalt stellte das Grundstück zur Verfügung. Das grobe Holz wurde in Fräkne Härad gekauft und mit dem Boot nach Härön transportiert.

Die Schule wurde 1867 eingeweiht, und Anna Charlotta Palin war die erste Lehrerin. 1875 bewarben sich 9 Personen um die Lehrstelle auf Härön. Von ihnen wurde A. E. Liljestrand angestellt. Die beiden Lehrer waren auch Organisten in der Gemeinde Klövedal. 1875 umfaßte das Lehrergehalt 300 Kronen jährlich, einschließlich der kostenlosen Lehrerwohnung.

1936 wurde eine Warmwasserleitung gelegt, und zu Weihnachten 1937 bekam die Lehrerwohnung elektrisches Licht. Heutzutage gehört die Schule der Häröns Interessenvereinigung und dient als Gemeindehaus, Bibliothek und Versammlungslokal für die Bevölkerung auf Härön.


Skolan december 2001




Grönskären - der Lotsenplatz Altarholmen

Die Grönskären bestehen aus einer Gruppe von Inselchen und Schären westlich von Härön. Die Hauptinsel heißt Altarholmen, mit einem 4 m hohen Steinhügel. Hier auf Altarholmen hatten die Lotsen im späten 19. Jh. bis 1903 ihre Station und ihre Wohnungen. Danach wurden die Häuser abgerissen, und die Lotsen zogen 1905 nach Tistlarna um. Die Aufgabe der Lotsen bestand hauptsächlich darin, die Schiffe an den gefürchteten Pater Noster-Schären im Süden vorbeizuleiten, aber ihnen auch gen Norden bei Käringön zu helfen.

Auf der Insel gibt es einen Frischwasserbrunnen. Heutzutage sind nur noch die Grundmauern der Häuser übrig. In dem größten Haus befanden sich 3 Wohnungen und eine gemeinsame Backstube. Das kleinste Gebäude wurde von zwei Familien bewohnt. Insgesamt wohnten hier 5, meist kinderreiche Familien. Hier wohnten maximal um 40 Personen, aber während der meisten Zeit waren es etwa 20 Personen. Drei Monate im Jahr durften die Kinder auf Altarholmen zur Schule gehen. Das Schulhaus war 5 x 5 m groß. Hier hatte auch die Lehrerin ihre Wohnung mit einer Kochnische. Die letzte Lehrerin auf der Insel hieß Mariana Wounsch.

Am 25. August 1878 saß der älteste Lotse Olof Eliasson auf seinem Platz und hielt Ausschau, als der Schoner Anna von Mollösund um Lotsenhilfe bat. Vier Lotsen segelten zum Schiff heraus. Als sie dort ankamen, sahen sie, daß der Koch sich schwer gebrannt hatte und ins Krankenhaus mußte. Die Lotsen nahmen ihn an Bord und nahmen Kurs auf Käringön. Das Boot kenterte während der Segelfahrt, und alle an Bord Befindlichen kamen um. Am Tag darauf fand man den Lotsen Johan Berndtsson tot, auf einem Mast treibend. Die anderen fand man nicht. Hierdurch verloren vier Familien ihren Versorger und insgesamt elf Kinder ihren Vater.

Häröns Interessenvereinigung faßte Ende der 80er Jahre den Beschluß, einen Gedenkstein für die Seemänner, die ihr Leben auf See verloren hatten, auf dem Friedhof von Klövedal zu errichten. Der Stein, der mit Zustimmung der Provinzialregierung aufgestellt wurde, stammt von einem der Häusergründe auf Altarholmen. Der Stein wurde mit Hilfe eines Marinehubschraubers zur Klövedalskirche gebracht, wo er links vom Hauptkirchengang liegt.


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